Das Leben vieler Menschen findet im Kopf und nicht im Leben statt. Zu viele Gedanken kreisen um die Zukunft bzw. Vergangenheit statt um die Gegenwart. Meine Gefühle sollten mir bewusst sein. Wenn ich das akzeptieren kann, wie es ist und nicht dagegen kämpfe, habe ich schon viel gewonnen.

Weil wir uns nicht selbst lieben, lieben wir auch nicht die Welt und Menschen um uns herum und behandeln sie entsprechend. Unbewusste Wut und Angst im Inneren erzeugen Zerstörung und Leid im Außen. Darum ist es wichtig, dass wir unseren Blick auf die Welt verändern.

Wenn wir nur versuchen, äußerlich anders zu handeln, aber uns im Inneren nicht ändern, wird sich das destruktive Verhalten durchsetzen. Wenn die Menschen dagegen „aufwachen“ und anfangen, bewusster mit ihren Emotionen umzugehen, werden sie aufhören, nach Macht und Anerkennung zu streben. Weil sie sich innerlich reich, mächtig und geliebt fühlen werden.

Doch an diesem Punkt sind viele von uns noch nicht. Stattdessen passiert folgendes:

Wenn ein Mensch die Vermeidungsstrategie anwendet, richtet er sein Leben danach aus, möglichst nicht verletzt zu werden. Er meidet alle Situationen und Menschen, die ihn kränken könnten. Das bedeutet nicht nur viel Arbeit, das Leben permanent in „sichere Bahnen“ zu lenken, sondern sorgt für eine latente Angst. Denn ständig könnten Dinge passieren, die einem wieder Schmerzen bereiten.

Wie du aus Erfahrung vielleicht weißt, geschieht die Konfrontationen mit dem Schmerz immer und immer wieder-egal wie engagiert wir versuchen, unser Leben vor dem Leid zu schützen. Das hängt damit zusammen, dass die persönliche Entwicklung und Heilung zum Naturgesetz des Wachstums gehören. Wir leben, um uns zu entwickeln und zu heilen. Solange wir offene Wunden nicht heilen, wird uns der Schmerz immer und immer wieder begegnen. Es sind übrigens nicht die Situationen und Menschen, die uns Schmerzen bereiten. Diese sind nur ein Spiegel für den Schmerz, den wir noch unverarbeitet in uns tragen.

Flucht mit Vermeidungsstrategie

Diese Spiegel sind eine Erinnerung daran, dass wir an unseren Problemen- die wir auch als Herausforderung sehen könnten- wachsen sollen. Die Lösung ist also nicht die Flucht in Form von Vermeidungsstrategien, sondern das Lösen des Problems, mit dem ein innerer Entwicklungsschritt zusammenhängt. Erst mit der persönlichen Weiterentwicklung verschwinden Probleme, weil wir dabei gelernt haben, mit ehemals schwierigen Situationen und Menschen umzugehen.

Ängste überwinden

Das Gefühl der Angst zulassen

Das ist also der Weg, wie ich mit meinen Ängsten umgegangen bin und in Zukunft auch umgehen werde, um meine Ängste zu überwinden. Manchmal bin ich mir meiner Fluchtmechanismen nicht bewusst, aber irgendwann später komme ich in einer Reflektion dahinter und kann wieder etwas über mich lernen. Wenn du innere Leere verspürst, liegt das in der Regel daran, dass du mit deiner Aufmerksamkeit nicht bei dir selbst bist. Deine Wahrnehmung ist wahrscheinlich sehr einseitig. Dadurch spürst du deinen Körper und deine Gefühle nicht richtig und daraus resultiert eine innere Leere. Dir fehlt die Lebendigkeit in deinem Leben. Die ist aber immer da-du musst nur lernen, sie wahrzunehmen.

Der Verstand mit dem Denken

Die meisten Menschen befinden sich zu 99% im Zustand des Denkens. Teilweise ist es eine Gewohnheit oder eine Charakterfixierung oder auch eine Prägung. Wenn ich mich die meiste Zeit des Tages mit dem Denken beschäftige, ist es nicht überraschend, dass mich ein Gefühl der inneren Leere begleitet. Der Denkprozess kann nämlich nicht zur Lebendigkeit führen. Dafür müssen wir eine Ebene tiefer gehen. (1. Ebene)

Der Körper mit dem Spüren

Wenn wir die Wahrnehmung von den Gedanken auf den Körper verlagern, beginnen wir uns zu spüren. Wir können den Fluss des Atems wahrnehmen, oder in jedes Körperteil hinein spüren. Durch die Wahrnehmung des Körpers verlässt du die oberflächliche Ebene des Denkens und tritts in die Ebene des Spürens ein. Es wird langsamer und ruhiger. (2. Ebene)

Die Gefühle mit dem fühlen

Die Verbindung mit dem Körper ist ein wichtiger Schritt, um die innere Leere zu überwinden. Aber die entscheidende Ebene ist die der Gefühle. Die Gefühle haben nicht direkt etwas mit dem Körper zu tun, sie sind aber die Wechselwirkung zum Spüren. Denn mit einem Gefühl geht auch immer eine Körperempfindung einher. Zum Beispiel nehmen wir beim Gefühl der Wut im Körper eine Hitze im Bauch wahr. Erst wenn wir unsere Gefühle wahrnehmen, entsteht die innere Vollständigkeit. Erst die Gefühle machen dein menschlichen Erleben vollständig, dadurch verschwindet die innere Leere. (3. Ebene)