„Eines der größten Geschenke, die man sich selbst machen kann, ist zu vergeben. Jedem zu vergeben.“ (Maya Angelou)

“Der einzige Weg, der aus dem Labyrinth des Schmerzes herausführt, ist, zu vergeben. (John Green)

Wenn du anfängst, zu vergeben, wird sich dein ganzes Leben verändern. Vergebung ist der Schlüssel zu deiner inneren Freiheit, denn nur, wenn wir das loslassen, was war, kann das zu uns kommen, was für uns bestimmt ist.

Die meisten Menschen leben emotional, mental und energetisch in der Vergangenheit und nehmen sie auf diese Weise immer und immer wieder mit in die Gegenwart. Der Grund dafür ist, dass wir im Laufe unsres Lebens Erfahrungen gemacht haben, durch die wir etwas über uns, andere Menschen und das Leben geschlussfolgert haben. So haben wir innere Überzeugungen und Verhaltensmuster entwickelt, die die Basis dafür sind, wie wir nun denken, fühlen, entscheiden und handeln-also wie wir unser Leben leben.

Je nachdem, welche Bedeutung beziehungsweise Bewertung wir den Erfahrungen gegeben haben, sind diese Überzeugungen und Muster positiv oder negativ und helfen oder hindern uns, unser Leben nach unseren Vorstellungen zu erschaffen. Die Erinnerungen an diese alten Erfahrungen sind so mächtig, weil sie emotional aufgeladen sind. Ist die Erfahrung zum Beispiel mit Trauer, Wut oder Hilflosigkeit verbunden, wiederholen wir diese Emotion auch in unserer Gegenwart. Vergeben hilft uns, die negative emotionale Ladung aufzulösen und sie vielleicht sogar in eine positive Emotion zu transformieren.

Solange wir nicht vergeben und so weitermachen wie bisher, durchlaufen wir immer wieder diesen Kreislauf aus blockierenden inneren Überzeugungen und dysfunktionalen Verhaltensmustern. So haben wir unbewusst häufig das Gefühl, dass wir nicht gut genug oder nicht liebenswert genug sind und dass wir fehlerhaft wären. Wir denken, dass irgendetwas in unserem Leben schief gelaufen ist und sehen uns als Opfer. Doch die Wahrheit ist: Nicht wir als Mensch sind fehlerhaft; es sind unsere inneren Überzeugungen, die fehlerhaft sind. Das ist ein elementarer Unterschied! Bei Vergebung geht es vor allen Dingen darum, dass wir aus der Opferrolle in die eigene Kraft zurückkommen. Wir werden unsere Vergangenheit nicht verändern. Was wir allerdings immer verändern können, ist unsere innere Einstellung zu dem, was passiert ist, und in dem Moment verändert sich auch alles um uns herum. Wenn wir Vergebungsarbeit machen, erkennen wir, dass wir nicht länger das Opfer sind, sondern der/die SchöpferIn unseres eigenen Lebens.

Das heißt nicht, dass wir an irgendetwas, was in unserem Leben ist, schuld sind, denn es geht nie um die Frage der Schuld. Vielmehr geht es um Verantwortung und darum, welche Antwort wir auf die Erfahrungen geben, die wir in unserem Leben machen. Du kannst dich zu jeder Zeit entscheiden: Ist die Antwort, dass du ein Opfer bist und anderen Menschen Vorwürfe machst? Oder ist die Antwort, dass du der / die SchöpferIn bist und dass du wählst, dass du den Erfahrungen in deinem Leben eine Bedeutung gibst, die dich umso stärker macht?

Wenn wir uns entscheiden, zu vergeben, bedeutet das nicht, dass wir das, was passiert ist, als richtig ansehen oder jemanden freisprechen. Es bedeutet, dass wir nicht mehr im Widerstand gegen diese Erfahrung sind, nicht länger deswegen leiden und uns so nicht weiter kleinhalten. Solange wir einem anderen Menschen einen Vorwurf machen, geben wir unsere Verantwortung an diese Person ab und damit auch unsere wertvolle Energie und unsere eigene Schöpferkraft. Außerdem tragen wir mit all den Vorwürfen und Schuldzuweisungen eine unendliche emotionale Last mit uns herum. In dem Moment in dem wir anfangen, zu vergeben, lassen wir endlich los, was unser Leben die ganze Zeit so schwer gemacht hat.

Bei der Vergebung erkennen wir, dass auch wir selbst Dinge machen, die verletzend sind, aber dass wir sie nicht aus einer bösen Absicht machen, sondern weil wir selbst verletzt sind. So erkennen wir gleichzeitig, dass auch andere Menschen nur aus Angst und Verletzung heraus handeln. Vergebung ist daher ebenso die Fähigkeit, den Schmerz der anderen zu sehen und zu verstehen, dass das, was der/die andere macht, in Wahrheit nichts mit uns selbst, sondern mit seinem/ihren eigenen Schmerz zu tun hat. Mit jeder Vergebung durchbrechen wir somit nicht nur unseren negativen Kreislauf, sondern auch den Kreislauf von „Hurt People Hurt People“-verletzte Menschen verletzen wiederum andere Menschen. Wenn wir einen Teil von uns heilen, heilen wir somit immer auch einen Teil der Welt.

Wenn wir vergeben, lassen wir die Momente von damals in der Vergangenheit, sind mit unserer Energie voll und ganz in der Gegenwart und erlauben uns, dass wir vielleicht sogar daran wachsen und eine größere Kraft daraus entwickeln können. Wir stoppen alle unsere „Hätte ich…“- und „Wäre doch…“ Gedanken in unserem Kopf und schenken uns so selbst die wundervolle Möglichkeit, wieder auf unser Herz zu hören. Unser Herz ist die erste Instanz, die bereit ist zu vergeben. Dein Herz ist für dich da, um dich zu unterstützen, wieder zu heilen und zu lieben. Dein Herz wartet auf nichts anderes, als endlich wieder vollkommen lieben zu dürfen. Auch wenn es sich manchmal schwer anfühlt, dein Herz wird nicht zerbrechen. Umso mehr du von deinem Kopf wieder in dein Herz kommst und es öffnest, umso leichter wird es dir fallen, von Mangel, Angst, Schmerz und Misstrauen in Freude, Fülle, Mitgefühl und Dankbarkeit zu gehen. Dein Herz ist das Tor zur Liebe.

Wir alle bringen unser verletztes inneres Kind mit in unsere Beziehungen ein. Deswegen liegt gerade in unseren Beziehungen ein unglaubliches Potenzial für unsere Heilung und für unser Wachstum.

Wenn wir mit unserem (Ex-) Partner/ unserer (Ex-) Partnerin eine Erfahrung machen, die uns verletzt, passiert das nur selten aus einer bösen Absicht heraus und oft hat es auch gar nichts mit uns zu tun, sondern der/die andere hat aus seiner eigenen Verletzung und aus seinem eigenen Schmerz heraus gehandelt. Wenn wir das Erkennen, können wir lernen, nicht alles persönlich zu nehmen und uns gesund abzugrenzen.

Zum anderen bekommen wir in unseren Beziehungen häufig auch die Chance, alles, was noch nicht für uns geheilt ist, wie in einem Spiegel zu sehen. Denn unsere PartnerInnen spiegeln uns genau die negativen Überzeugungen wider, die wir für uns noch nicht transformiert haben, und machen uns unbewusst auf die Anteile in uns selbst aufmerksam, die wir nicht lieben. Wenn wir dieses Muster erkennen, können wir eigentlich gar nicht mehr wütend auf unsere/n (Ex-) PartnerIn sein, der er/sie macht uns damit ein Geschenk, weil uns all diese Erfahrungen, die wir mit ihm/ihr gemacht haben, in Wahrheit in unser Herz zurückbringen.

Unsere (Ex-) PartnerInnen sind somit unsere größten LehrerInnen, weil sie uns so klar zeigen, wo wir noch nicht wirklich im Mitgefühl, in der Selbstliebe und in unserem Herzen sind.

Häufig gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen unseren Partnern/Partnerinnen und unserer Mutter oder unserem Vater. Unsere PartnerInnen kommen in unser Leben, um uns dabei zu helfen, das zu heilen, was wir unseren Eltern, also dem Femininen oder Maskulinen, noch vorwerfen und auch, damit wir lernen, unsere eigenen Grenzen zu setzen und für unsere Bedürfnisse einzustehen.

Wenn wir unserem /unserer (Ex-) PartnerIn vergeben, durchbrechen wir nicht nur unser blockierendes Beziehungsmuster. Wir übernehmen Verantwortung, gehen wieder vollkommen in unsere Kraft und überlassen es nicht mehr dem anderen, wie es uns geht, ob wir glücklich und liebenswert sind oder wie wir unser Leben erschaffen. Wir holen uns unsere eigene Power zurück und geben ebenso der anderen Person ihre Power wieder. Wir verbinden uns mit ihnen in Mitgefühl und Liebe.

Wenn du mit dem Menschen, dem du vergibst, gerade in einer Beziehung bist, wirst du sehr wahrscheinlich spüren, dass sich etwas zwischen euch verändert. Sollte dieser Mensch nicht mehr in deinem Leben sein, wird sich auf jeden Fall etwas in dir selbst im Hinblick auf diese Person verändern.

Wer wissen möchte, wie ich vergeben kann, dem empfehle ich:

Und wer seinen Partner nicht mehr verletzen möchte, dem schenke ich folgende Gedanken: