Wissenswertes zur Unternehmensnachfolge

Tradition ist nicht das Halten der Asche,

sondern das Weitergeben der Flamme.
Thomas Morus

Unternehmensnachfolge in kleinen, mittelständigen und landwirtschaftlichen Betrieben

"Und dann habe ich den Wagen an den Nachwuchs verschenkt. Hab aber gleich gesagt, dass der Schlüssel hier am Brett bleiben muss und dass gefragt wird, bevor jemand fährt. Übrigens, alle 5.000 km wird das Öl gewechselt, das war bei mir auch schon so und das mit der Urlaubsreise können die gleich vergessen!“

“[..] bei einer Unternehmensübergabe in mittelständigen Unternehmen, die in erster Linie Familienunternehmen sind, treffen während des Nachfolgeprozesses nicht nur Chef und Nachfolger, sondern auch Eltern und Kinder aufeinander“, so schreibt es das Institut für Mittelstandsforschung in Mannheim.


Im deutschen Mittelstand befinden sich viele Familienunternehmen. Sie sind ein eigener faszinierender Unternehmenstypus. Familienunternehmen werden durch solides wirtschaftliches Handeln, Nachhaltigkeit und soziales Engagement gekennzeichnet. Kaum eine Gruppe von Unternehmen verfügt über eine solch hohe Reputation, wie Familienunternehmen. Auch wenn die meisten Familienunternehmen im Mittelstand angesiedelt sind, fallen auch Großkonzerne unter diese Kategorie, so der Bundesverband für die deutsche Industrie.

Das eigene Lebenswerk in andere Hände zu geben fällt schwer. Gute Hände sollen es sein. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Neben tragfähigen Lösungen für wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Herausforderungen (logischer Bereich) gilt es, sich emotional in eine völlig veränderte Rollenstruktur in Unternehmen und Familie hinein zu finden. Der logische Bereich gilt als berechenbar. Der emotionale Bereich ist es aus meiner Erfahrung als Mediatorin und Coach nicht. Ich bin schon oft auf Betriebe gerufen worden und musste feststellen, dass die Fronten so verhärtet waren, dass der Betrieb kurz vor der Insolvenz stand. Warum? Energie und Kompetenzen der einzelnen Generationen wurden für den Konflikt verbraucht, nicht aber in die gemeinsame Weiterführung des Betriebes investiert.

Ein Grund für dieses Phänomen ist das sogenannte Prinz-Charles- Syndrom: Betriebsübergaben finden häufig erst in einem so hohen Alter der Eigentümer statt, dass der direkte Nachfolger schon selber fast kurz vor dem Renteneintritt steht. Wie viel sinnvoller wäre es, in dieser Situation den Betrieb an die Enkelgeneration weiter zu geben. Leider führen solche unglücklichen, späten Unternehmensübergaben häufig dazu, dass eine Generation keinen Unternehmensnachfolger mehr in der eigenen Familie findet oder Betriebe einfach überaltert sterben.

Ich kenne Ihre Nöte und Schwierigkeiten aus eigener Erfahrung. Einerseits habe ich die Unternehmens-übergabe von meinen Großeltern an meine Eltern miterlebt und andererseits stand ich selber vor der Entscheidung, den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen. Ich weiß daher sehr gut um die Wünsche und Hoffnungen der Familie in den Betriebsnachfolger. In beiden Situationen hätte ich mir einer Prozessbegleitung, wie ich sie heute meinen Klienten anbiete, gewünscht. Ich habe mich entschieden meinen eigenen Weg zu gehen und den elterlichen Betrieb nicht zu bewirtschaften.


Innovative Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen

Bei Unternehmensprozessen in Familienunternehmen geht es nicht nur um betriebswirtschaftliche, steuerliche und juristische Beratung, sondern vor allem auch um das Zwischenmenschliche - ein Aspekt, dem bislang wenig Bedeutung geschenkt wurde. Daher arbeite ich als Partner zusammen mit Rüdiger Franken und Michael Kötteritsch in der HFU und Partner Mittelstandsberatung am Konzept "Innovative ganzheitliche Unternehmensnachfolge für Familienbetriebe".


Unsere Ziele und Ihr Nutzen in der Zusammenarbeit

  • angemessene Berücksichtigung der Standpunkte, Interessen und Ziele
  • Sicherung der Effizienz des Unternehmens
  • Einsparung von Zeitaufwand
  • Reduzierung der Kosten
  • Schonung von Ressourcen
  • Transparenz von Verhandlungen und deren Ergebnisse
  • Vertraulichkeit
  • Schutz des Unternehmens vor Imageverlust
  • Zukunftsorientierte Lösung, bei der alle Seiten gewinnen
  • Planungssicherheit
  • Gewinn von Informationen

Konflikte sind an sich nichts Schlechtes. Es kommt darauf an, wie wir damit umgehen.

Im beruflichen Umfeld beziehen sich Konflikt in den meisten Fällen auf mehrere Personen, verschiedene Abteilungen und sehr oft auch auf unterschiedliche Hierarchieebenen. In meinen Gruppen- und Teammediationen wird deshalb besonders auf Gleichheit und Allparteilichkeit geachtet.

Die Unternehmensnachfolge ist in der Entwicklungsgeschichte eines Betriebes eine Phase, die viel Präsenz, Klarheit und Sorgfalt verlangt. Gelingt hier eine positive Weichenstellung, dient dies dem Erfolg der Firma, der Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit der Entlastung und Freude der Entscheider.

Diese Weiche kann für künftige, aktuelle und sogar für vergangene Übergaben erfolgreich gestellt werden.


Quellen:

  1. Institut für Mittelstandsforschung Bonn, IFM- Material N.172, April 2007; „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Familienunternehmen.“ Projektleitung Prof. Dr. Frank Wallan und Dr. Ljuba Haunschild, Untersuchung im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen.
  2. Institut für Mittelstandsforschung Mannheim, „ AWP - Fach Unternehmensnachfolge Teil 1“, WS 2009/10 von Thomas Geiß, Dipl. Betriebswirt (FH) MBA, Hans Lindner Institut & Christoph Michl, Dipl.-Betriebswirt (FH), Hans Lindner Institut. Quelle Bundesagentur für Arbeit, Berechnungen des IFM - Institut für Mittelstandsforschung Mannheim. www.fh-landshut.de